Die Sonne: Metronom und Taktgeber des Körpers

In diesem Monat haben wir uns bereits verschiedenen Themen im Zusammenhang mit der Sonne gewidmet. Dieser Beitrag behandelt einen meiner Lieblingsbereiche, der sogar eine eigene wissenschaftlicher Fachrichtung ist: die #Chronobiologie. Hier untersuchen Experten die sich wiederholende, zeitliche Organisation von physiologischen Prozessen, unter anderem im menschlichen Körper. Die Sonne als Massstab für die innere Uhr #Sonnenlicht ist einer der wichtigsten Taktgeber unseres Körpers und seiner Organe. Denn jede Zelle verfügt über eine individuelle #biologischeUhr, mit der sie ihre Aufgaben steuert und über den Tagesverlauf angepasst reagiert. Doch dieser Vorgang ist empfindlich und kann aus dem Gleichgewicht gebracht werden, so wie auch wir im alltäglichen Leben durch Störungen von außen aus dem Takt geraten. Dabei können negative externe Einflüsse zu fatalen Auswirkungen auf unseren Körper werden. Damit dies nicht passiert, müssen alle kleinteiligen und im Körper vorhandenen biologischen Zeitmesser immer wieder synchronisiert werden. Die hierbei wichtigste Rolle der «Masteruhr» spielt ein kleiner Bereich unseres Gehirns: der suprachiasmatische Nukleus (SCN), der ein Kerngebiet im #Hypothalamus darstellt. Doch selbst ein solches «Neuronenbündel» benötigt eine verlässliche Quelle zur Synchronisierung. Der SCN macht sich dafür die Kraft der Sonne zu Nutze und verwendet das Lichtspektrum, das durch die Augen in den Körper fällt. Kunstlicht und Schlafprobleme Wer schon mal einen ganzen Tag in der freien Natur verbracht hat, kennt das wohlige Gefühl und die angenehme Müdigkeit, die einen am Lagerfeuer überkommt. Hat unser Körper die Möglichkeit, sich einen ganzen Tag lang immer wieder neu zu synchronisieren, werden wir am Abend mit richtig eingestellten Zelluhren und einer perfekten Funktionsweise der Zellen selbst belohnt. Verbringen wir unseren Tag stattdessen überwiegend im Büro, setzen wir uns häufig einer permanenten Bestrahlung von Kunstlicht aus. Ob Neonröhren im Einkaufszentrum, das Smartphone im Zug oder der Fernsehbildschirm am Abend: Das künstlich erzeugte Licht, das hierbei zum Einsatz kommt, macht es unserem Organismus nahezu unmöglich, von selbst die richtige Tageszeit zu erfassen. Aber auch die häufig gepriesenen Tageslichtlampen können natürliches Licht nur bis zu einem bestimmten Maße imitieren. Richtiges Licht = guter Schlaf Eines der größten Probleme beim Sicherstellen eines gesunden #Schlafverhaltens ist der hohe Blaulichtanteil. Vor allem durch den ständigen Einfluss von Kunstlicht und kunstlichtproduzierenden Geräten kommt es hier zu einem für unseren Körper potenziell ungesunden biologischen Prozess. Nicht umsonst setzen große Unternehmen wie Apple, Samsung oder auch Microsoft vieles daran, Möglichkeiten zu schaffen, die Farbspektren ihrer Endgeräte an das natürliche Sonnenlicht anzupassen. #Melatonin – das Schlafsignal für unseren Körper! Anfang des Monats haben wir bereits gelernt, wie Serotonin gebildet wird. Es ist eine Vorstufe für Melatonin – und letzteres ist für unseren Schlaf von immenser Bedeutung. Dieser Stoff wird in der sogenannten «Zirbeldrüse» des Gehirns gebildet, welche wichtige Informationen zur Bildung des «suprachiasmatischen Nukleus» enthält. Wird der SCN längere Zeit einer hohen Blaulichtstrahlung ausgesetzt, wird die Produktion von Melatonin unterdrückt. Die Sonne ist somit für uns doppelt von Bedeutung: Zum einen brauchen wir das Serotonin, das durch Sonne und Tryptophan gebildet wird, und zum anderen die Sonne selbst als Signalgeber für die #Zirbeldrüse. Fazit Als #Biohacker interessieren wir uns für die biologischen Abläufe in unserem Körper und wollen, wenn möglich, zurück zu unserem natürlichen Rhythmus finden. Genügend Zeit an der Sonne zu verbringen und gleichzeitig die Kunstlichtbestrahlung zu reduzieren, kann erheblich dazu beitragen, dass unser Organismus nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Weitere wichtige Tipps hierzu können die folgenden sein: Blaulichtfilter Schalte den #Blaulichtfilter auf deinem Handy an. Ab 15 Uhr hilft es dem Körper, wenn er kein Blaulicht mehr erhält. Viele Smartphones erlauben eine Zeitsteuerung für einen entsprechenden Filter. Nachtmodus auf einem Endgerät Auf dem PC oder Mac kannst Du den sogenannten «#Nachtmodus» verwenden. Dieser wird allerdings nicht auf angeschlossene Geräte übertragen, sodass sich das Installieren von «#Flux» empfiehlt – einem Gratisprogramm, das die Blaulichtspektren auch auf anderen Geräten herausfiltert. Morgens keine Sonnenbrille Setze morgens keine #Sonnenbrille auf – sonst entsteht ein Mangel an Blaulicht. Es sorgt dafür, dass der Körper die #Melatoninproduktion stoppt. Filterst Du es mit der Sonnenbrille weg, kann der Körper nicht richtig «hochfahren». Wie ist es bei dir: Schaffst du es, regelmäßig Sonnenlicht zu tanken? Welche Strategien hast du, um deinen Körper genug natürlichem Licht auszusetzen? Ich freu emich vor Dir zu lesen! Dein Rolf

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