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Gastbeitrag von Marco Grosch: Mehr Leistung mit weniger - Minimalismus mit Biohacking

Aktualisiert: 6. Jan. 2022


Das Dilemma mit der Optimierung


Viele Biohacker, mich selbst eingeschlossen, werden angetrieben von einer beinahe grenzenlosen Neugier. Was ist noch möglich? Welches Leistungsniveau kann ich erreichen? Was kann mein Körper und Geist noch alles erlernen? Wie viele positiven Gewohnheiten kann ich noch in meinen Tag packen?


Diese Suche nach “Mehr”, das Streben nach grenzenloser #Optimierung, geht oft einher mit einer Anhäufung von Sportequipment, Biohacking-Geräten und neuen Gewohnheiten. Doch so viele Vorteile diese Dinge auch mit sich bringen – sie nehmen uns in Beschlag und verbrauchen Ressourcen in Form von:

  • Geld

  • Zeit

  • Energie

  • Raum / Platz

  • Mentale Kapazität


Selbst wenn ein Gerät nach wenigen Wochen nur noch in der Schublade liegt, kann es sich dennoch auf dein Leben auswirken. Wie? Indem Du darüber nachdenkst. Das nagende Gefühl, dass Du es eigentlich mal wieder benutzen solltest. Immerhin hast Du viel Geld dafür bezahlt. Plötzlich nimmt ein Gegenstand einen kleinen Teil von dir ein. Und je mehr Dinge (materiell oder immateriell) Du in dein Leben bringst, desto mehr binden sie dich auf diese Art an sich.


Doch mehr von etwas ist doch grundsätzlich besser, oder? Mehr Leistung, mehr Energie, mehr Fitness? Nicht unbedingt. Die konstante Möglichkeit der Verbesserung ist eine Illusion, der wir unterliegen. Es geht vielleicht ein Leben lang immer noch besser, aber die Geschwindigkeit unseres Wachstums ist begrenzt durch die Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Wenn durch sonst nichts, dann zumindest durch den Faktor Zeit.


Kurz gesagt: Man kann nicht alles haben. Doch wie geht man auf positive Art und Weise mit einem solchen Motivationsdämpfer um?


Ein neuer Ansatz für mehr Nutzen


Kennst Du das Gesetz vom abnehmenden #Grenznutzen? Bekannt aus den Wirtschaftswissenschaften, beschreibt dieses Gesetz ein Phänomen, das sich perfekt auf beinahe jede Situation des Lebens anwenden lässt:


Ab einem gewissen Punkt, bietet ein Mehr an Etwas, immer weniger zusätzlichen Nutzen. Hast Du Hunger, liefert dir eine Banane einen großen Nutzen. Auch die zweite und dritte Banane helfen sehr dabei, deinen Hunger zu stillen. Doch bereits die vierte Banane trägt deutlich weniger zu deinem Wohlbefinden bei. Der Hunger ist gestillt und irgendwann, wird eine weitere Banane sogar zur Qual.


Dasselbe gilt auch für materielle Dinge in unserem Leben, selbst wenn es dabei um spannendes Biohacking-Equipment geht. Der limitierende Faktor liegt in den Ressourcen, die wir zur Verfügung haben. Und selbst wenn wir unendlich viel Geld auf dem Konto haben gibt es eine Sache, die jeden Menschen gleichermaßen limitiert: Ein Tag hat nur 24 Stunden. Ab einem gewissen Punkt können wir nicht mehr durch Addition optimieren, sondern nur noch durch die Steigerung der Effektivität oder Effizienz der Dinge, die wir nutzen. Das Ziel ist dann die Maximierung des Nutzens, oder einfach ausgedrückt: Weniger, dafür besser.


Die erste Frage die man sich für diesen Perspektivenwechsel stellen muss ist: “Was ist mir wirklich wichtig?”. Mit dieser Antwort lassen sich dann die Geräte, Methoden und Gewohnheiten bestimmen, die uns den maximalen Nutzen zur Erreichung unserer Ziele liefern. Anstatt also nach einem maximalen Ergebnis zu streben, was uns mit jedem Schritt noch mehr Energie kostet, zielen wir darauf ab ein für uns zufriedenstellendes Ergebnis mit dem minimal notwendigen Maß an Ressourceneinsatz, zu erreichen.


Klingt kompliziert? Am Beispiel Meditation bedeutet es, dass man sich zuerst die Frage stellt, was man mit Hilfe der Meditation erreichen will. Ist es Entspannung, messbar über eine Senkung der Herzfrequenz, sowie einer Steigerung der Herzratenvariabilität (HRV), gilt es herauszufinden, was die minimale effektive Dosis ist. Erreichst Du bereits nach 10 Minuten deine annähernd niedrigste Herzfrequenz, sowie deine höchste HRV, so liefert jede weitere Minute der Meditation einen immer geringeren Zusatznutzen. Du kannst deine Meditation also auf 10 Minuten kürzen und dennoch einen Großteil der Vorteile einstreichen.


Für dich, für den Planeten


In Bezug auf materielle Dinge bedeutet diese Herangehensweise, dass man alles aussortiert, das man nicht wirklich benutzt oder besonders schätzt. Nach #Pareto, wirst Du in 80% der Fälle auf 20% deiner materiellen Gegenstände zurückgreifen. Du hast vermutlich ein Lieblingspaar Schuhe, oder Jeans, richtig? Ist die Antwort Ja, stehen die Chancen stehen gut, dass Du manche Kleidungsstücke so gut wie nie an hast. Sie nehmen Platz weg – sowohl in deinem Kleiderschrank, als auch in deinem Kopf – wenn Du am Morgen entscheiden musst, was Du anziehst.


Anstatt die mentale Energie für die Dinge zu verwenden, die dir wirklich wichtig sind, verschwendest Du ein kleines Bisschen davon für die Entscheidung der Kleiderwahl. Je mehr solcher (weniger wichtigen) Entscheidungen Du am Tag treffen musst, desto mehr Arbeitsspeicher wird verbraucht. Somit bedeuten weniger Dinge, weniger Gewohnheiten und weniger Entscheidungen, mehr freie Energie im Kopf. Bedeutend ist das auch im Hinblick auf unsere Umwelt. Mehr materielle Dinge bedeuten einen erhöhten Verbrauch an Ressourcen. Besonders tragisch ist das dann, wenn wir diese Dinge nicht einmal schätzen, beziehungsweise kaum gebrauchen. Wäre es nicht sinnvoller ein hochwertiges Gerät zu kaufen, welches 10 Jahre funktioniert, anstatt 10 Geräte, die bereits nach einem Jahr kaputt gehen? Oder wäre es nicht sogar besser, gleich zu Beginn die Frage nach dem Nutzen einer Anschaffung mit mehr Sorgfalt zu beantworten?


Ein positiver Return on Investment (ROI)


Die Wahrheit ist: Die Welt der #Selbstoptimierung ist, wie jede andere Branche auch, angewiesen auf wirtschaftlichen Erfolg. Dabei gibt es zahlreiche Unternehmen die es gut meinen, mit Produkten die tatsächlich einen Nutzen liefern. Es liegt alleine an dir zu beurteilen, ob dieser Nutzen dein Investment an Ressourcen in Form von Geld, Zeit, Energie, Raum oder mentaler Kapazität, auch wert ist.


In jedem Fall sollte der Return on Investment positiv für dich sein. Ist er das nicht, oder nicht mehr, solltest Du dich von dem Gegenstand oder der Gewohnheit trennen.


Wie startet man?


Doch wie kannst Du damit beginnen, das Konzept des #Minimalismus in dein Leben zu integrieren. Miste 30 materielle Dinge aus deinem Leben aus. Wenn Du nicht weißt wo Du starten sollst, schau dir die folgenden Kategorien an:

  • Kleidung

  • Kosmetik

  • Haushaltsgeräte

  • Küchengeräte

  • Dekoration

  • Sport-Equipment

  • Supplements


Ich bin überzeugt dir sticht mindestens eine Kategorie ins Auge, in der dir das Ausmisten nicht so schwer fällt. Du musst die Dinge ja auch nicht unbedingt entsorgen. Vielleicht kannst Du sie verkaufen, verschenken oder spenden? Wenn dir dieser Prozess schwer fällt und Du dich nicht von einem Gegenstand trennen kannst, beantworte dir selbst folgende Fragen:


Bereitet mir dieser Gegenstand wirklich Freude?

Verwende ich diesen Gegenstand regelmäßig?

Würde ich ihn wieder kaufen, wenn ich ihn verlieren würde?


Am Ende wirst Du dich vermutlich leichter fühlen – vielleicht sogar ein klein wenig euphorisch. Dir wird bewusst werden, dass jeder dieser Gegenstände einen kleinen Teil deiner Ressourcen in Beschlag genommen hat. Diese Energie ist jetzt wieder frei.


Tiefer eintauchen


Im ersten Schritt ist es wichtig zu verstehen, dass Du nicht alles haben kannst. Vor allem nicht alles auf einmal. Dafür sind unsere Ressourcen zu begrenzt. Sobald Du diesen Gedanken akzeptieren kannst, wird eine Last von dir abfallen. Das bedeutet nicht, dass Du deine Ziele nicht weiter mit Hochdruck verfolgen solltest. Es heißt nur, dass Du deine Konzentration, dein Geld, deine Zeit und deine Energie nur in etwas investieren solltest, das dir den größtmöglichen Nutzen zur Erreichung der Dinge liefert, die dir WIRKLICH wichtig sind.


Weniger, dafür besser – auch mit Blick auf die Selbstoptimierung, oder “Biohacking”.

Wenn Du tiefer eintauchen möchtest in die Materie des Minimalismus, beziehungsweise Essentialismus, empfehle ich dir das Buch “Essentialism – The Disciplined Pursuit of Less”, von Greg McKeown, sowie die Dokumentation “Minimalism – A Documentary About the Important Things”.


Möchtest Du mehr über den Ansatz des minimalistischen Biohacking lernen, empfehle ich einen Besuch auf www.minimalist-biohacker.com.


Über den Autor


Minimalist Biohacker Blogbeitrag
Marco Grosch

Marco Grosch, Gründer von Minimalist Biohacker aus Vorarlberg, Österreich, hilft erfolgreichen Leistungsträger dabei, die Kontrolle über ihren Körper, und darüber wie sie sich fühlen, zurückzugewinnen, indem er ihnen die Methoden des Biohacking, in Kombination mit Prinzipien des Minimalismus, beibringt. Mit Hilfe von Analyse, Tracking und Optimierung erreicht man messbare Ergebnisse und nachhaltig gesteigerte Leistungsfähigkeit, einfach integriert in den Alltag. Das hilft dabei, bessere Entscheidungen in den Bereichen Gesundheit, Fitness, Energie und Produktivität zu treffen. Angeboten werden hauptsächlich Coachings, Seminare, Webinare und Online Kurse. Auch für Unternehmen gibt es maßgeschneiderte Lösungen.



Instagram: @minimalist_biohacker


LinkedIn: Minimalist Biohacker


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